🇫🇷 Chocolatine ou Pain au chocolat? 🇫🇷

Goldgelber, butteriger, feinblättriger Teig, der zwei leckere herbe Schokoladenstreifen umschließt. Am besten schmecken sie fast ganz frisch aus dem Ofen. Das ist mein Geschmack von Frankreich.

Allerdings verwirren mich die Franzosen immer mal wieder, wenn ich in einer Boulangerie das Gebäck meines Begehrens bestellen möchte. Verlange ich pain au chocolat werde ich darauf hingewiesen, dass ich wohl ein chocolatine möchte – et vice versa. Hm. 🤔

Zum Glück gibt es eine meiner Lieblingssendungen auf arte – Karambolage. Dort werden französische und deutsche Eigenarten und Kuriositäten auf sehr unterhaltsame Weise erklärt. Ich möchte Euch diese Sendung ans Herz legen:

Und nun weiß ich also, dass in Frankreich ein Streit darüber tobt, ob dieses leckere Teilchen nun chocolatine oder pain au chocolat heißt. Ihr findet zum Beispiel auch auf YouTube jede Menge witziger Videos dazu.

Ich denke mir, es gibt Schlimmeres als sich wegen Frühstücksgebäck zu zanken. 😉😃🥐 “Strassenkämpfe” avec viennoiseries, wenn es nur immer solche “Auseinandersetzungen” wären, die uns beschäftigten.

Und übrigens: Wir Deutschen können das ja auch ganz gut. 🙃 Wie heißt es denn nun?

  • Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen?
  • Wiener Würstchen, Frankfurter Würstchen oder Saitenwürstchen?
  • Fasching, Fasnet oder Karneval?

Ganz zu schweigen vom innereuropäischen Disput darüber was zuerst da war – das Wiener Schnitzel oder die Costoletta Milanese.

Noch ein Tipp zum Schluss:

Wenn Ihr in Paris nach einer leckeren Bäckerei sucht, macht Euch auf ins Marais (ist ohnehin ein Muss in Paris) und sucht nach Au Petit Versailles Du Marais. Fühlt Euch wie ein Sonnenkönig im Naschereien-Himmel. Das Ganze hat nur einen Haken – es sieht einfach ALLES lecker aus, was Au Petit Versailles bietet. Die Auswahl fällt äußerst schwer!

Au Petit Versailles du Marais, 1 Rue Tiron, 75004 Paris

Advertisements

Wochenende in Wissembourg

Überreste eines Wasserschlosses (Château d’eau)


Das Elsass liegt so nah, und wir sind viel zu selten dort. Das wollen wir ändern, vor allem nach diesem wunderschönen Wochenende in einem kleinen B&B bei Wissembourg. 

Sehr schön ist, dass Du in diesem Landstrich oft nie genau weißt, ob Du in Frankreich oder Deutschland bist. Gesprochen wird auf Deutsch, Französisch, Elsässisch, Pfälzisch,… – totales “Sprachgewirr” und sehr sympathisch. 


Zwei Wanderungen haben wir gemacht. Gestern sind wir von Steinseltz aus nach Cleebourg gelaufen, und über Rott in großem Bogen wieder zurück. Heute sind wir in Wissembourg gestartet, über Weiler, St. Germanshof (ab da wieder in der Pfalz), Ruine Guttenberg, Schweigen-Rechtenbach, zurück nach Wissembourg und damit nach Frankreich. 


Wissembourg liegt an der Lauter – ja, auch da gibt es eine Lauter. Die Stadt ist umgeben von Weinanbaugebieten und vor allem auch von vielen Obstbauern. Das hatte ich so nicht erwartet. Derzeit werden Mirabellen geerntet. Herrlich süße Früchte, die einen gewissen Suchtfaktor haben. Vielleicht weil es die bei uns so selten gibt?!



Apropos essen… – Alleine wegen der wundervollen Restaurants, Gaststätten, Cafés werden wir die Gegend häufiger besuchen. Es gibt noch viel zu entdecken. 

Entdeckt haben wir bereits die Winzergenossenschaft von Cleebourg. Heute war Tag der offenen Tür. Deshalb waren wir aber nicht dort. Wir sind gestern während unserer Wanderung im Hotel nebenan eingekehrt und hatten bereits “vorgekostet”. Heute haben wir das Verkosten noch mal intensiviert und eingekauft. 

Wieder daheim – ESKERRIK ASKO!!!

Nun sind wir also wieder daheim und gewöhnen uns so langsam ein. 


Was noch zu sagen ist:

Ein herzliches Dankeschön an Susana und Steffen – Ihr seid tolle Gastgeber im wunderschönen Maison Oyan Zain Baita!

Uns hat das Pays Basque fasziniert und wir sind überglücklich, diese Gegend kennengelernt zu haben. Die unmittelbare Nähe von Atlantik und Bergen bietet unzählige reizvolle Bilder, Stimmungen und Erlebnisse -Vielfältigkeit ohne Ende. 

Ein weiteres Dankeschön an alle Basken, Franzosen, Spanier, die uns so herzlich aufgenommen haben. Unsere Sprachkenntnisse sind eher rudimentär, aber das war nie ein Problem. Ihr habt uns immer weitergeholfen und wir hatten stets das Gefühl, willkommen zu sein. Vielen Dank auch an die netten Verkäufer auf den Märkten für all die Rezepttipps! Wir hatten sehr sehr viel Spaß bei und mit Euch allen.

Zudem war es wundervoll zu erleben, dass in den Bergen, am Meer oder auf der Straße Grenzen keine Rolle mehr spielen müssen. Wir sind ununterbrochen zwischen Frankreich und Spanien hin und her gewandert, und haben den “Grenzübertritt” nicht wahrgenommen. Wie herrlich! 

Unsere Wanderungen waren so schön und voller toller Erlebnisse und Begegnungen. Wir mussten schmunzelnderweise hin und wieder an das Tucholsky-Zitat “Umwege erweitern die Ortskenntnis.” denken. Am Ende kannten wir uns “da oben” in den Hausbergen um Olhette ganz gut aus. 😉

Saint Jean-de-Luz hat uns unheimlich gut gefallen. Die Stadt selbst, Markt und Markthalle, Strand, Küste, Menschen, Läden,… Echt eine Entdeckung. Ebenso Bayonne und Sanse.

Wie Ihr wisst, wir genießen auch sehr gerne essend. 😊 Das war im Baskenland ebenfalls mehr als einfach. Was haben wir Muscheln, Seehecht, brebis (Schafkäse), jambon (Schinken), Schafsyoghurt, Omelettes etc. geschlemmt. 

Bleibt am Ende nur von ganzem Herzen ❤️💚 zu sagen:

Eskerrik asko! – Merci beaucoup! – Muchas gracias!

Im französischen Jura und der Doubs-Region

Auf dem Weg zurück nach Hause haben wir gestern noch einen kurzen Zwischenstopp in Etray nahe Besançon gemacht. 

Das reizende chambre d’hôtes Sou les tilleuls von Georgette und Jacques Hanriot-Colin sei wärmstens empfohlen! Das Zimmer ist wundervoll geräumig und sehr geschmackvoll eingerichtet, das  Frühstück mit vielen selbstgemachten Marmeladen und Aufstrichen schmeckt so was von lecker, und Georgette und Jacques sind wahnsinnig nette und hilfsbereite Gastgeber. Auch da waren wir  sicher nicht zum letzten Mal. Die Gegend bietet so viele Sehenswürdigkeiten und Wanderungen.

Kennenlernen durften wir auch noch einen echten “Zauberer” in der Küche. Hervé ist ein seinem L’Atelier Gourmand Empfangschef, Bedienung und Koch in einem. Und WAS aus dieser Küche kommt, schmeckt unglaublich frisch und lecker. Das war der perfekte Abschluss unseres Urlaubs. Da ich keine Kostprobe mitgeben kann, hilft nur eines – hingehen! 😊

Pas de Roland, Saint Jean-Pied-de-Port, Vallée des Aldudes und zurück über Spanien

Heute hat uns unser Ausflug noch mal ins Landesinnere geführt. Über Saint-Pée-sur-Nivelle und Espelette (Piment!, erinnert Ihr Euch?! 😉), ging es zunächst über die Schlucht des Pas de Roland (Legende siehe unter Bunte Steine vom 9. Juni 2016) nach Saint Jean-Pied-de-Port.

Landschaftlich wunderschön am Pas de Roland…


Saint Jean-Pied-de-Port hat einiges an Pilger- und Touri-Rummel zu bieten, inklusive der diversen, meist nicht preisgünstigen, Souvenir-Shops. Dennoch, irgendwie hat das Ganze Charme und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Pilgerbrücke und Porte Notre-Dame (rechts)


Laut einer Erhebung aus 2012 wurde von Saint Jean-Pied-de-Port am zweithäufigsten zum Camino, Chemin, Jakobsweg aufgebrochen. Entsprechend groß ist hier die “Dichte” an Pilgern, an Herbergen und an “sonstigen” Besuchern.

Bei uns hat der Besuch wieder die Frage aufgeworfen “Sollen wir uns nicht doch auch mal auf den Weg machen?!” Die Idee wird konkreter. 😊

Am Porte (Tor) Notre-Dame geht es los, danach über DIE Brücke und auf gen Spanien


“Einchecken” in den Jakobsweg oder Stempel abholen




Toller Blick von der Zitadelle aus auf die Pyrenäen



Über Saint-Étienne-de-Baïgorry, wo wir Wein verköstigt und gekauft haben, ging es weiter ins Vallée des Aldudes. Die Landschaft in dem Tal ist atemberaubend, wir sind aus dem Staunen kaum rausgekommen. Wow! Eine tolle Wandergegend. Zudem ist das Tal bekannt für seine Schinken- und Wurstwaren-Herstellung und für diverse Forellenzüchter. Hier in der Gegend ist echt alles geboten, was das Genießer-Herz begehrt. 😊 Da die Tage ja lang sind derzeit, haben wir zunächst noch eine kleine Wanderung auf den Col de Lepeder gemacht, um direkt bei DEM Metzger des Tals Halt zu machen und einzukaufen: Pierre Oteiza. Die baskischen Schweine sehen übrigens so ähnlich aus, wie “unsere” Schwäbisch-Hällischen Schweine.

Aldudes von oben


Blick auf die Pyrenäen vom Col de Lepedere


Schweineweiden in den Bergen


Nach dem Einkauf von Wurst in Hülle und Fülle sind wir auf dem Rückweg die Abkürzung über Spanien gefahren. Dabei haben wir den Col d’Ispéguy überquert. Wieder eine atemberaubende Landschaft. Tut mir leid, wenn ich mich wiederholen muss. 😉

Bunte Steine – 9. Juni 2016

OK, wir sind im 8. Jahrhundert und die Truppen Karls des Großen gelangen an die Nive – einem Fluss in den Pyrenäen. Roland – DER Held des französischen Rolandliedes – marschiert mit. So weit, so gut. Plötzlich werden die Truppen durch einen Felsblock gestoppt. Roland zieht sein Wunderschwert Durandal und schlägt in den Felsen einen Durchgang für die Soldaten. So entstand der Legende nach der Pas (Schritt) de Roland – eine Schlucht und Felsformation bei Itxassou (DIE Kirschen-Stadt in den Pyrenäen).

(Es wird vermutet, dass es die Rafter im Hintergrund zu Zeiten Rolands noch nicht gab. Die Historiker prüfen aber den Sachverhalt noch. 😉)


Die Bunten Steine sind im Nive-Tal weitergezogen und letztlich in Saint Jean-Pied-de-Port gelandet. Dort starten nahezu die meisten Pilger ihre Wanderung auf dem Jakobsweg. Die Bunten Steine können es freilich nicht lassen, und überschreiten ebenfalls mit ihren Pilgerstöcken DIE Pilgerbrücke am Porte Saint-Jacques des kleinen Ortes.


Von Saint Jean-de-Luz nach Guéthary und zurück 

Weil das Wetter heute wieder so toll war, sind wir den sentier littoral von Saint Jean-de-Luz nach Guéthary und zurück gelaufen (die Karte hat inzwischen schon Einiges hinter sich 😉).


Immer wieder ein Genuss, die herrlichen  Ausblicke auf die Küste und die Natur an der Küste.



Wahnsinnig toll duftende Blüten überall. Dazu die würzig riechenden Kräuter.



“Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. Lass Dich einfach von ihr treiben. Denk am besten gar nicht nach.” Wie wahr… 😊


Guéthary ist wahnsinnig schöner kleiner Küstenort, mit tollen Wellen, sehr netten Lokalen und einem gewissen leicht-lässigen Flair. Zum Wohlfühlen! Unbedingt essen solltet Ihr dann im “Kostaldea”. In der Strandbar wird hervorrangend gekocht und es geht sehr freundlich und sehr locker zu. Hatte ich oben schon mal das Wort “Wohlfühlen” verwendet?! Auch hier – besser geht’s nicht!

Gemischter Salat mit Kräuterdressing, chipirones auf cremigem Risotto, pimientos gernika gebacken und gesalzen