Addio Liguria

Unser Ligurien-Urlaub ist vorbei und ich überlege mir gerade, was mich in dem Urlaub besonders beeindruckt hat und was mir besonders aufgefallen ist. Ich versuche es mal – im Wissen, dass meine Liste nicht vollständig sein wird, nicht vollständig sein kann, nicht vollständig sein soll.

…die Aussicht von der Loggia der Ferienwohnung in Lucinasco. Meer, ligurisches Hügelland, Olivenhaine immer im Blick.

…die vielen hundert Schmetterlinge jeder Farbe und Größe, die uns während unserer Wanderungen begleitet haben.

…das Rascheln der Eidechsen, wenn sie auf unseren Wanderungen zur Seite ins Gebüsch gehuscht sind.

…die Farben eines Olivenhains – die Blätter der Ölbäume, die Stämme der Ölbäume, die Gelbtöne von Stroh und Heu,…

…die Gerüche der Macchia – würzig, harzig, sonnig.

…die Gerüche und leuchtenden Farben der blühenden Büsche und Sträucher in Gärten, an Mauern, am Straßenrand – Oleander, Jasmin, Bougainvillea, …

…die köstliche ligurische Küche, veredelt mit bestem ligurischen Olivenöl.

…die Tomaten, die wir von Franco und seinem Agriturismo Collarina geschenkt bekamen, und die so herrlich intensiv nach Tomaten schmeckten.

…dass man neuerdings in caffès offensichtlich gerne caffè mit Ginseng und Getreidekaffee bestellt. Aha.

…dass Ligurisch auch eine Sprache ist, und dass die so was wie Umlaute kennt. Sie wird zwar kaum mehr gesprochen, findet aber (immer mehr?) bei Bennenung von Lokalen und Läden Verwendung.

…die bis vor kurzem mir unbekannten Orte Cervo, Albenga, Porto Maurizio – jeder Ort für sich mit einem ganz besonderen Reiz, und unbedingt wieder einen Besuch wert. 

Sanremos altes Viertel La Pigna, Arbeiterviertel und Künstlerviertel und hoffentlich auch künftig verschont von jeder Gentrifizierung. 

…dass man ein 10-Gänge-Menü auch schaffen kann, wenn die Gänge entsprechend ausfallen.

A presto, Liguria! 

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Wanderung Zuccarello – Castelvecchio di Rocca Barbena – Zuccarello


Kurz vor unserer Abreise wollten wir noch eine eher einfache, nicht allzu weite, Wanderung unternehmen. Nicht allzu weit war sie, “einfach” allerdings nicht immer. 🙂


Wir sind im Hinterland von Albenga gewandert – eines der Hauptanbaugebiete für Obst und Gemüse. In den Täler gedeihen die Pflanzen deshalb so gut, weil recht kontinuierlich ein feucht-warmes Klima herrscht. Wandern im Treibhaus also – schweißtreibend und nicht unanstrengend. 🙂

Tal der Neva:



Zudem waren einige Wege zugewuchert (Treibhausklima!), wenn auch durchgehend gut beschildert. Trittfestigkeit war ebenfalls notwendig, da einige Wege entlang von Abhängen eher sehr schmal sind und auch Furten zu durchqueren waren. Und zu guterletzt mussten wir durch einen recht frischen Erdrutsch einige Umwege gehen.



Aber auch diese Wanderung hat uns sehr gut gefallen. Zuccarello und Castelvecchio di Rocca Barbena sind zwei mittelalterliche Dörfer (Zuccarello im Tal (130m), Castelvecchio auf  einem Hügel (390m)), die sich rausgeputzt haben. Insbesondere Zuccarello bietet dank privater Investoren (aka Erwerbern von Ferienimmobilien 😉 aus den Großstädten Turin und Mailand inzwischen Einiges, um Touristen anzuziehen. Nicht nur das – in Erli sind uns “Aussteiger” und Kinder der “Flower-Power-Zeit” begegnet (Blumenkranz im Haar incl.). Weitgehend autarkes Leben im Hinterland von Ligurien – ein bisschen beneidet habe ich diese Menschen. 😉

Giardini Botanici Hanbury – Hanbury Gardens bei Ventimiglia


Hanbury Gardens zieht sich 100m vom Mittelmeer einen Hang hoch. Herrliche Lage – das Grundstück wurde optimal genutzt vom Engländer Thomas Habury, der es 1867 erwarb. Englische Gartenkultur an der Riveria also – was will man mehr. 🙂

Der sehr gut beschriebene Rundgang führt durch die Botanik und die interessante Geschichte der Anlage. Langweilen möchte ich Euch damit nicht. Lest selbst nach. 

Toll, dass mein Mann mich überredet hat, den Garten zu besuchen. Unzählige Bilder sind gemacht worden. Hier nur eine kleine Auswahl.






Una serata perfetta – Fantastische Fischküche bei “km 0”

“km 0” steht hier für lokale Produkte und Gerichte. Ein sehr guter Begriff, wie wir finden.

Wer fantastische Fischküche “km 0” erleben möchte, der sollte beim Agriturismo Collarina zwischen Imperia und San Lorenzo essen gehen.

Anmelden vorher ist unbedingt notwendig. Man wird gefragt, ob man ein Fisch- oder Fleischmenu essen möchte. Wir entscheiden uns gerne für Fisch…

Die Terrasse auf der gegessen wird, bietet einen perfekten Blick aufs Meer. Der wird nur noch getoppt durch das wundervolle Essen, zubereitet von Franco und seiner Frau. Sie sind äußerst herzliche Gastgeber.


Unter der Woche und außerhalb der Hauptferienzeit wurde gestern nur für uns aufgekocht! Wow! Was auf den Tisch kam bestand aus Zutaten, die entweder selbst produziert wurden (Obst und Gemüse) oder die quasi vor der Haustür nachhaltig gefangen wurden (Fisch). Und alles hausgemacht. “Hausmannskost”, meist abgerundet mit tollem ligurischen Olivenöl.

Als Antipasti gab es nacheinander crostini mit Krabben und den in Ligurien typischen Zucchini (lang, dünn, hell) – gefüllte Anchovis – Miesmuscheln im Wein-Sud – Stockfisch mit Kartoffeln und Kräutern (lauwarm). Alles zum Niederknien!

Als primo gab es Spaghetti mit Thunfisch- und Tomatensauce. Gigantisch!

Als secondo frisch vom Grill und nacheinander: eine Dorade für jeden – Thun-Medaillons mit Tropea-Zwiebeln (die schmecken süß) – Gambas frisch. Dazu “einfach” frische Tomaten in Öl mariniert. Alles äußerst hervorragend! 

Als Dessert wurde serviert ein Sorbet von hauseigenen Mandarinen. Die Geschmacksexplosion schlechthin. Purer Fruchtgeschmack, erfrischend herbe Note inklusive. 

Dazu gab es tollen spritzigen Weißwein, der das Menü perfekt abrundete.



Im Grunde ist der Genuss unbeschreiblich, so sehr ich mich bemühe. Geht selbst hin! Es lohnt sich! 😃

Wanderung Dolcedo – Molini di Prelà – Valloria – Santa Marta – Dolcedo


Wieder eine tolle Rundwanderung! Die Täler von Imperia sind Täler, in denen quasi “Milch und Honig fließen”, oder vielmehr Ölbäume und Obstbäume in aller Pracht wachsen, gedeihen und Früchte tragen. 

Nach einem Frühstück in Dolcedo (80m) mit Cappuccino und Brioche ging es los. 

Erstes Ziel war Molino di Prelà. Auch so ein netter Ort mit entspannter Atmosphäre. Über eine alte Brücke, den Ponte Ca’Sottane, geht es in den Ort.

Dann weiter hinauf auf 345m zum Dorf Valloria. Aus der Not, ein aussterbendes und verfallendes Dorf attraktiver zu machen, entstand die Idee der “Bunten Türen”. Seit 1994 werden im Juli regelmäßig Künstler eingeladen, Türen zu verschönern. Spannend der Gang durchs heutige Dorf. Hier nur ein paar wenige Beispiele:




Über das kleine Kirchlein Santuario della Madonna del Piano – mit herrlichem Blick ins Tal und aufs Meer…


…wandern wir weiter zum höchsten Punkt der Wanderung auf 695m Höhe, der kleinen Kirche Santa Marta. Inzwischen sieht es nach Gewitter aus. Es kam aber nie an. 🙂


Durch das Tal des Aquasanta-Bachs wandern wir zurück nach Dolcedo, wo wir uns glücklich erst mal ein Eis gönnen.