Sanremo


Wie schreibt man diese Stadt eigentlich?! Wir haben es noch nicht herausgefunden. Egal ob auf Schildern der autostrada oder anderen Wegweisern oder in Büchern… – wir finden Sanremo und San Remo. 

Egal aber wie geschrieben, die Stadt hat uns sehr gefallen. Wir waren gestern dort, mit dem Zug ab Imperia.

Ehemals prägte mondäne Seebad-Kultur Sanremo. Prominente und Mitglieder des europäischen Hochsadels sind inzwischen an die Côte d’Azur abgewandert. Geblieben ist eine nach wie vor bezaubernde Stadt an der ligurischen Blumenriviera. 

Das herausgeputzte Casino lässt heute noch erahnen, welch Noblesse hier herrschte, ebenso die edlen Boutiquen in den Corsi der “neuen Altstadt”, in denen Bummeln echt Spaß macht.

Wirklich charmant ist Sanremo aber in den Gassen der “alten Altstadt”, in La Pigna. Früher wie heute das Viertel der Arbeiter. Wie bei bewusstem Pinienzapfen ziehen sich die einzelnen Gassen und Häuser wie Schuppen die Hügel hoch. Es macht Spaß durch diese Gassen zu strolchen und immer wieder neue Plätze oder andere nette Ecken zu entdecken. Ein paar dieser Entdeckungen habe ich Euch mitgebracht:



Nicht unerwähnt sei, dass Alfred(o) Nobel in Sanremo seine letzten Lebensjahre verbrachte und sein Geld verjubelt hatte. Es gibt schlimmere Orte als Sanremo, um Geld loszuwerden, 😉

Ongelia bei Nacht

Gestern Abend waren wir noch Pizzaessen in Oneglia am Hafen. Sehr fein und hat Spaß gemacht. Unser Weg nach Hause, durch die Olivenhaine Lucinascos, war ebenfalls bezaubernd. Es glitzerte überall, weil wahnsinnig viele Glühwürmchen unterwegs sind. Zauberhaft.

Oneglia gilt als nicht besonders schöne Stadt. Ich finde, dieser Teil Imperias hat durchaus auch schöne Ecken. Hier ein paar Bilder von gestern Abend…



Wanderung Lucinasco – Monte dei Prati – Pantasia – Vasia – Lucinasco


Ja, wir können es nicht lassen, wir “mussten” schon wieder wandern gehen. Dieses Mal sind wird direkt ab unserer Ferienwohnung gestartet; 22km und 980m Höhe. 

Auf “unseren Hausbergen” blühen herrlich der wilde Lavendel, Ginster und viele viele andere bunte wilde Blumen. 

Startpunkt war wieder der Monte Acquarone (681m) mit der Cappelletta aufm Sattel:

Dann ging’s weiter zum Monte Pissibinelli (737m) mit tollem Blick auf das Mittelmeer:

Vom Monte dei Prati (784m) war die Sicht toll Richtung Seealpen:

Über die kleinen netten Dörfer Pantasina und Praelo ging es runter auf 150m nach Molini di Prelà – um dann wieder hochzusteigen auf den Monte Acquarone


Das Dorf Vasia lag ebenfalls aufm Weg. Dort haben wir die tolle Osteria GiRò entdeckt. Das war echt eine Entdeckung, da durchgängig was zu essen und trinken zu bekommen ist; von der tollen Lage ganz abgesehen. Wir haben uns ein kleines Menü gegönnt. Lecker! 

Glücklich und zufrieden freuen wir uns heute Abend auf eine Pizza, 🙂

Hier noch ein paar “Fundstücke” von der Wanderung:



Triora und Molini di Triora im Valle Argentina

Das Valle Argentina hat Nichts mit dem Land Argentinien zu tun. Das fruchtbare Tal des Flusses Argentina liegt ein Stück östlich von Sanremo und ist Anbaugebiet für die hier meist geerntete Taggiasca-Olive und andere Obst- und Baumfruchtarten. Bei der Fahrt durch das Tal stößt man immer wieder auf reizende kleine Dörfer. Zwei seien hier vorgestellt.

Triora liegt auf 765m Höhe und gilt als Hexendorf. Tatsächlich hatte hier die Inquisition voll zugeschlagen, und viele Frauen wurden als Hexen (ital.: streghe) verbrannt. Das schöne Dorf, mit tollen verwinkelten Gassen und Gängen, holt aus der düsteren Geschichte Positives hervor. Es gibt heutzutage Läden mit allerlei “Hexenzauber”, Hexenfiguren, Hexenkostümen, … . Und natürlich ein Museum, in dem unter anderem über die Historie informiert wird. 

Derzeit findet auch in Triora ein Fest zu Ehren von San Giovanni statt, und die ganze Stadt ist bevölkert mit sehr netten Hexen, Zauberern, Falknern.


Auf einem kleinen Platz im Zentrum wird mittelalterliche Musik live dargeboten. Um Mitternacht wird ein kleiner Scheiterhaufen angezündet, oder doch ein Johannis-Feuer? 🙂

Nach unserer Wanderung gestern nutzten wir auf dem Fest die Gelegenheit von dem leckeren Brot aus Triora zu probieren. Eine örtliche Bäckerei macht sich verdient um den Ort und bäckt wirklich köstliches Brot, das inzwischen in der gesamten Region bekannt und beliebt ist. Wir haben uns für ein panino belegt mit frischen Tomaten, Basilikum und Olivenöl entschieden. War das lecker! Panino als Verkleinerung ist allerdings eine maßlose Untertreibung. Die Scheiben waren ordentlich groß! 

Weil Essen und Genuss in Italien erfreulicherweise einen hohen Stellenwert haben, sei noch erwähnt, dass sich Triora Pilze, insbesondere Waldpilze wie Steinpilze, zum Markenzeichen gemacht hat. Jährlich findet eine Festa del Fungo statt. 

Molini di Triora hat sich unverkennbar Schnecken (ital.: lumache) zum Markenzeichen gemacht. Zunächst Plage, dann die Idee, die Dinger in die Pfanne zu werfen und gewinnbringend zu vermarkten. Lumache sind eine Spezialität in Ligurien. Mein Ding ist das nicht ;-), aber nett anzusehen sind die Schilder und Wandbemalungen im Ort. 


Warum hier Räder im Brunnen verbaut sind, erschließt sich uns nicht. Egal, lustig ist es. 😉

Wanderung – Von Verdaggia auf den Monte Saccarello und zurück


Darf ich vorstellen – die Seealpen / Alpi marritime/ Alpes maritimes! Dieser Blick war unser Ziel. Wir wollten auf dem “Dach Liguriens” ins Piemont und nach Frankreich sehen.

Sehr heiss war es gestern – weder auf den Trubel einer Stadt, noch auf den entlang der Küsten und Strände hatten wir Lust. Also rauf auf den höchsten Berg Liguriens, den Monte Saccarello (2200m). 

14 km Wanderstrecke klingt nach gar nicht so viel. 😉 Aber es galt über 1000 Höhenmeter zu überwinden, und davor hatten wir tierischen Respekt. So viele Höhenmeter hatten wir uns noch nie vorgenommen. 

Und wir haben es geschafft! Und wie! Spaß hat es gemacht, auch wenn es sehr anstrengend war, insbesondere der Abstieg. Belohnt wurden wir durch die oben erwähnten wundervollen und beeindruckenden Ausblicke und wieder die farbenprächtige Pflanzenwelt am Wegesrand. 

Los ging es in Valdeggia, einem kleinen Bergort auf 1097 m Höhe. Immer wieder passieren wir auf unserem Weg verfallene Häuser. Hat seinen Reiz, stimmt aber auch irgendwie wehmütig.


Der schweißtreibendste Anstieg war der vom Passo della Guardia (1460m) auf den Passo Garlenda (2015m). Der erste Blick über die Kuppe während des Aufstiegs ruft allerdings bereits ein “Wow-Erlebnis” hervor. Die Seealpen liegen vor uns.


Die Hänge schimmern im Rot der Alpenrosen.


Auf dem Ostgipfel des Monte Saccarello (2164m) steht der Redentore (Erlöser). Eine 5,60m hohe Christusstatue. – Auch wenn es auf dem Bild anders aussieht, eine Seilbahn für Personen führt nicht hierher. 



Hier treffen wir auch zum ersten Mal auf andere Wanderer. Eine Gruppe Franzosen ist von der französischen Seite aus auf den Monte Saccarello gestiegen. Wir befinden uns direkt im (ehemaligen) Grenzgebiet und laufen auch hin und wieder auf französischem Gebiet während unserer Tour. 

Aber wir wollen ja zu unserem eigentlichen Ziel, den Westgipfel auf 2200m Höhe. Den erreichen wir nach weiteren etwa 20 Minuten Wanderung und sind stolz darauf, dass wir es geschafft haben. Der Blick ist umwerfend.


Auch der Abstieg entlang des Fernwanderwegs Alta Via Monte Liguri bietet noch mal tolle Blicke in die Hügel und Täler Liguriens. 



Ziemlich fertig aber superglücklich kamen wir dann nach etwa sechs Stunden Wanderung wieder in Valdeggia an. Wir haben gefühlte fünf Liter Wasser in uns reingekippt 😉 und uns auf den Weg zurück nach Lucinasco gemacht. Auf dem Weg haben wir uns noch zwei Dörfer des Valle Argentina angesehen. Aber das ist eine andere Geschichte… 😉

Fischgerichte vom Feinsten im Chez Braccioforte


Am vergangen Freitag Abend haben wir uns mit einem leckeren Fischmenu im Chez Braccioforte direkt am Hafenbecken Oneglias verwöhnt.

Sehr stilvoll, sehr freundlich und mit sehr viel Herzlichkeit wird beraten und gekocht. Bereits in fünfter Generation betrieben, wird das Restaurant offensichtlich als Fischlokal über Oneglia hinaus geschätzt. Der Besitzer ist ein echter Schatz, immer darauf bedacht, dass seine Gäste sich wohlfühlen und zufrieden das Lokal verlassen. Die Speisekarte auf Papier ist im Grunde nicht notwendig; die bespricht der Besitzer persönlich mit jedem Gast. Insbesondere bei den Secondi wird eher die Zubereitungsart gewählt und der passende Fisch dazu aus dem “catch of the day” empfohlen und ausgewählt. 

Als Vorspeise (Antipasto) gab es die Empfehlung des Tages – frisch gefangener weißer Thun auf marinierten Tomaten mit Ruccola-Pesto. Der Fisch war butterweich, Tomaten und Pesto herrlich würzig.

Als Primi Piatti wählten wir zum einen hausgemachte Gnocchi (die sind auf der Zunge zergangen) mit einem Kräutersugo, Venusmuscheln und Miesmuscheln. Zum anderen gab es Linguine mit Scampi, Gemüsesugo und frischem grünen Spargel. Es klingt Alles so lecker wie es schmeckte! 

Die “Hauptrolle”, die Secondi waren dann der Hammer. Es gab Dorade mit einer würzigen Weißwein-Kräuter-Olivenöl- Sauce, dazu Gemüse in Olivenöl geschwenkt. Und es gab Red Snapper gebraten und in einem tollen Tomaten-Oliven-Kapern-Basilikum-Sugo. Beide Gerichte beinhalteten irgendwie das, was Ligurien bisher für uns kulinarisch ausmacht. Ein Traum! 

Für den Nachtisch hatten wir dann leider keinen Platz mehr im Magen. 🙂 Aber wir sind satt und zufrieden dann noch über das derzeit in Oneglia stattfindende Fest zu Ehren San Giovannis entlang des Hafens geschlendert. (Johannisfeuer und -Feste kennen wir ja bei uns auch.)